Alltagsleben und Salonkultur

Alltagswelt

Die Arbeits- und Wohnbedingungen waren Mitte des 19. Jahrhunderts miserabel. Arbeiter mussten bis zu 17 Stunden am Tag arbeiten. Für große Teile der ländlichen und kleinstädtischen Bevölkerung waren Jahrmärkte oder andere lokale Volksfeste Höhepunkte ihres gesellschaftlichen Lebens. Der Besuch von Wirtshäusern oder Weinstuben war eine entspannte Abwechslung. Im Adel und im höheren Bürgertum dominierte der öffentliche / häusliche Ball. Sie besuchten auch mit Freude Konzerte sowie Restaurants.

Salonkultur

Eine wichtige Institution des kulturellen Lebens stellte der literarische Salon da. Dort trafen sich viele geistreiche und interessante Persönlichkeiten, um sich auszutauschen und in tiefe Gespräche zu fallen. Dieser literarische Salon wurde meistens von gebildeten Damen geführt, wie auch der bekannteste Salon der Rahel Varnhagen. Gelehrte wie die Brüder Humboldt, der Historiker Leopold von Ranke und auch Heinrich Heine kehrten dort ein. Es kam auf Witz und Verstand an. Das Ideal der Geselligkeit förderte die Emanzipation. Rahel Varnhagen war genau wie Heine jüdischer Herkunft und setzte sich für Frauen und Juden ein.

In Bürgerhäusern gab es den kleinen Salon. Die Damen versammelten sich um einen Biedermeier-Tisch, die Herrn im Rauchzimmer und bei gutem Wetter hielten sie sich im Garten auf. Die Unterhaltungen waren anders als im literarischen Salon nicht intensiv, sondern zwanglos. Sie unterhielten sich über die neuste Mode oder die letzte Theateraufführung. Der Wunsch nach mehr Bildung und Wissen wurde immer stärker, sodass immer mehr Konversationslexika gekauft wurden. Es war eine große Blütezeit der vielbändigen Konversationslexika.