Betty Heine, Gemälde von Isidor Popper Datum unbekannt, Stadtmuseum Düsseldorf
Betty Heine, Gemälde von Isidor Popper Datum unbekannt, Stadtmuseum Düsseldorf

Die weiblichen Familienmitglieder Heines waren mit die wichtigsten Personen in seinem Leben. Sie waren seine Stütze und Inspiration, auch manche seiner Werke beziehen sich auf sie.

Zu ihnen hatte er ein sehr enges und vertrautes Verhältnis, was für ihn Lebensenergie und Motivation bedeutete. Trotz ihrer Kritik an seinem Beruf als Dichter und an seinen Werken, unterstützen sie Heinrich Heine bis zu seinem Tod, bzw. kümmerten sich um sein Werk und Andenken, auch nachdem er verstorben war.

Heines erste Frau: Betty Heine (1771-1859)

Seine Mutter Betty als Peira van Geldern geboren, stammte aus einer angesehenen, jüdischen Düsseldorfer Bankiers- und Gelehrtenfarmilie. Sie heiratete 1797 Samson Heine, einen Kaufmannssohn aus einer strenggläubigen, norddeutschen Familie, wenn auch gegen den Widerstand der Familie und der jüdischen Gemeindevorsteher. Mit ihrem Mann Samson Heine hatte sie insgesamt vier Kinder, von denen Heinrich Heine der älteste war. Betty Heine war für ihre Zeit, eine sehr durchsetzungsfähige und emanzipierte Frau, sie bot den Kindern in Sachen Willenskraft, Moral und Disziplin ein Vorbild. Für sie stand die Bildung ihrer vier Kinder stets im Vordergrund, weswegen sie Heine unbedingt zu einem Juristen machen wollte. Ihre größte Angst war, dass er Dichter werden würde. Für sie war ein Poet ,,Ein zerlumpter armer Teufel, der für ein paar Thaler ein Gelegenheitsgedicht verfertigt und am Ende im Hospital stirbt.“ Trotz dieser kritischen Meinung gegenüber Dichtern sprach Betty dies nie gegenüber Heine aus, sondern unterstützte ihn auf seinem Wege. Für Heine war seine Mutter seine treuste Seele und vielleicht die einzige Person, auf die er sich verlassen konnte. Sie hatten eine sehr starke emotionale Bindung zueinander. Auch nachdem er 1831 nach Paris zog, schrieb er ihr Hunderte von Briefen, in denen er ihre Dankbarkeit für die Liebe, Fürsorge und Geborgenheit während seiner Kindheit aussprach.

Engste Vertraute: Charlotte Embden (1800-1899)

Charlotte war die drittjüngste Schwester von Heine und galt als eine gebildete Frau. Als Schwester war sie schon seit der Kindheit eine enge Vertraute und Spielgefährtin des Dichters. In einem Gedicht aus dem Jahre 1824, ,,Mein Kind, wir waren Kinder“, das anfangs als ,,An meine Schwester“ betitelt war, spiegelt sich die frühe Zeit und Kindheitserinnerung der beiden Geschwister wider.

Heine hatte zu seiner Schwester das engste Verhältnis in seinem Leben.

Neben seiner Mutter und seiner Ehefrau Mathilde zählte Charlotte zu den drei Menschen, die ihn seine Selbstmordgedanken verwerfen ließen. Sie war sehr stolz auf ihren Bruder und verfolgte seine Werke stets, wobei sie ihnen teilweise kritisch gegenüberstand.

Ihre Bewunderung für Heine machte sich aber auch dadurch deutlich, dass Charlotte zu ihrer Zeit eine gefragte Zeitzeugin des Dichters war. Sie selbst bezeichnete sich als ,,Heine-Museum“, auch zurecht, denn selbst die Kaiserin Österreichs, Elizabeth (Sisi), eine bekannte Heine-Verehrerin, suchte sie nach Heines Tod auf, um mit ihr über den Dichter sprechen.