Heines Haarlocke, überliefert von seiner Frau Mathilde. Blick in die Daueraustellung des Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf. Im Hintergrund Porträt seiner Mutter Betty.
Heines Haarlocke, überliefert von seiner Frau Mathilde. Blick in die Daueraustellung des Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf. Im Hintergrund Porträt seiner Mutter Betty.

Der passionierte Frauenheld (Unterstützung der Frauenbewegung)

Seine Liebe zu den Frauen war für Heinrich Heine eine bedeutsame Passion. Dies spiegelte sich in seinen Dichtungen wieder, die alle Stimmungen der Liebe wiedergeben, die durch hochgestimmte oder deprimierte Gemütslagen gekennzeichnet sind. Weibliche Zuneigung suchte er in verschiedenen Facetten - durch Besuche von Prostituierten, Ausflüge ins Rotlichtmilieu oder gelegentliche Seitensprünge. Besonders in Großstädten wie Hamburg, Paris oder London sehnte er sich nach der käuflichen Liebe. Gelegentlich sollte ihm diese Art von Zuneigung Entspannung und Ablenkung bringen von dem, wie er es selbst nannte, höllisches Brüten, in das er durch seine literarische Arbeit immer wieder geriet. Aufgrund seiner reichlichen sexuellen Erfahrungen galt er in der Öffentlichkeit als Casanova, womit er persönlich kein Problem hatte.

Durch seine vielen sexuellen Erfahrungen, sah er sich selbst als Liebesgott an. Vor allem aber war Heine ein Mann, der sich nach Liebe und Zärtlichkeit sehnte. Besonders war dies bemerkbar durch seine Höflichkeit gegenüber Prostituierten.

Seine Passion brachte ihn auch ins Umfeld der frühsozialistischen Lehre Prosper Enfantins und der „Saint-Simonisten“. Dabei steht die sexuelle Selbstbefreiung des männlichen Geschlechts im Vordergrund, die sich durch Promiskuität äußert. Die Emanzipation der Frau war kein Bestandteil dieser Theorie, worin sich Heine von den anderen Saint-Simonisten unterschied. Trotz seiner Begeisterung für diese Lehre, die sogar eine wichtige Rolle für seinen Umzug nach Paris spielte, kämpfte er dagegen für die politische und rechtliche Gleichberechtigung der Frau.

Aus seinem Werk „Lutezia“, welches aus verschiedenen Zeitungsartikeln für die Augsburger Allgemeine Zeitung bestand, wurde sein Eintreten für die weibliche Gleichberechtigung deutlich, etwa indem er sich im 20. Artikel vom 1. Oktober 1840 für eine dem Mord an ihrem Ehemann überführte Frau einsetzte.

Dabei erklärt er ihr Verhalten als Notwehr und wirft dem französischen Scheidungsgericht vor, sie im Stich gelassen zu haben. Jedoch änderte Heine seine Meinung zur Frauenbewegung nach der Lektüre von Georg Jungs „Geschichte der Frauen“ im Herbst 1850, in der es sich um die historische Frauenunterdrückung ging und eine gewisse Ablehnung gegenüber einer grenzenlosen Frauenbefreiung zum Ausdruck kam. Dies führte zu einer ambivalenten Haltung gegenüber dieser Bewegung.