Unbekannter Künstler: Porträt Robert Schumann, Elfenbeinminiatur, 1830, Heine-Institut
Unbekannter Künstler: Porträt Robert Schumann, Elfenbeinminiatur, 1830, Heine-Institut

Das erste und einzige Treffen zwischen dem Schriftsteller Heinrich Heine und dem jungen Studenten Schumann trug sich im Jahre 1828 in München zu. Schumann kannte Heine nur von den Skizzen des Künstlers Krahl und war vor dem Treffen der Auffassung einen mürrischen, menschenfeindlichen und eingebildeten Mann zu treffen, der sein Leben über das Anderer stellte. Doch dem war nicht so, Schumann erlebte einen komplett anderen Heine. Dieser kam ihm freundlich entgegen und führte ihn mehrere Stunden durch die Stadt, was Schumann im Voraus keinesfalls erwartet hätte. Einzig und allein sein Sprachgebrauch passte zu der vorangegangenen Vermutung über Heines Wesen, er schien ironisch und witzelnd auf eine intelligente, kritisierende und vorrausschauende Art und Weise. Heines Lachen empfand Schumann als ebenso bitter und ironisch, aber dennoch als glücklich, da Heine sich über jede Kleinigkeit im Leben zu freuen schien. So gelangte Schumann zu dem Fazit, dass die Vorurteile nicht der Wahrheit entsprachen. Schumann sah in Heine eine Person, die man bewundern konnte. Er war anders, das sicher, doch er schien seiner Zeit voraus und wurde so zu dem Menschen, der Schumann in seinen folgenden Jahren immer aufs Neue inspirierte und enormen Einfluss auf seine Arbeiten und Werke nahm.